Vor dem Hintergrund dass die Erkrankung an Alzheimer zunehmen und basierend auf der Tatsache, dass sich in den sogenannten normalen Alten-und Pflegeheimen ein immer größer werdender Anteil von Demenzkranken befindet, entstand im Laufe des Jahres 1990 die Idee, für diese Personengruppe eine spezielle Einrichtung zu schaffen. In der täglichen Arbeit in den Alten- und Pflegeheimen zeigt sich immer wieder, dass das Zusammenleben der Demenzkranken und den sogenannten gesunden alten Menschen sehr konfliktreich ist.

Konflikte entstehen häufig durch das krankheitsbedingte Verhalten von Demenzkranken wie zum Beispiel:

- Aufsuchen von fremden Betten bzw. Zimmern

- Nichtbeachten fremden Eigentums

- Nicht mehr vorhandene Eßkultur etc.

Diese Konflikte können in einer speziell auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten zugeschnittene Einrichtung vermieden werden.

Allerdings gab es 1990 noch keine Station oder Einrichtung mit einer besonderen Konzeption in Hessen.

In enger Zusammenarbeit mit dem LWV Hessen, dem PKH Herborn, dem Lahn-Dill-Kreis, sowie dem Versorgungsamt in Gießen und den Betreibern wurde eine Konzeption entwickelt, welche dann in einem ehemaligen Hotel in Breitscheid in die Tat umgesetzt werden konnte.

Die Einrichtung Die Brücke konnte am 01.04.1992 unter der Leitung von 2 Fachkrankenpflegern für Psychiatrie Herr Wagner und Herr Wenig, sowie Herr Klaas (Industriemeister), zuständig für die Verwaltung, in Betrieb gehen.

In der Zeit von 1992 bis heute sind unterschiedliche konzeptionelle Ansätze zur Umsetzung gekommen. Veränderungen in der Milieugestaltung und der inneren Ausstattung waren erforderlich .Ausschlaggebend waren dabei immer die Menschen, die zu betreuen waren. In den Anfangsjahren konnten die Schwerpunkte der Tätigkeiten (immer orientiert an der Ausprägung des Krankheitsbildes) weitgehend mit den Bewohnern geplant und durchgeführt werden.

Seit einigen Jahren ist nun ein deutlicher physischer und psychischer Abbau der Bewohner zu erkennen. Dies bedeutet, dass auch ganz bestimmte Aktivitäten bei der Tagesstrukturierung und dem Training der Alltagskompetenzen nicht mehr wie geplant in vollem Umfang durchgeführt werden können. Dafür treten jedoch andere Maßnahmen wie, z. B. die Minutenaktivierung oder Validation in den Vordergrund.

Deutlich wurde in den Jahren der gemeinsamen Arbeit und dem damit verbundenen  Ziel, dass eine spezielle Betreuung von Menschen mit Alzheimererkrankung und den damit verbundenen Verhaltensweisen weitgehend ohne medikamentöse oder andere lebenseinschränkende Maßnahmen durchzuführen, immer nur in Verbindung mit dem flexiblen reagieren auf Verhaltenssituationen und der adäquaten Intervention seitens der betreuenden Kräfte möglich ist. Hierzu gehört vor allem die Fähigkeit, gut beobachten zu können - und orientiert an der jeweiligen Phase der Erkrankung - die entsprechenden Angebote zu unterbreiten, keinesfalls das starre Festhalten an bekannten und / oder bewährten Angeboten der Konzeption und der damit verbundenen Verhaltensweise.

Besondere Bedeutung hat hier die Qualifikation und fachliche Begleitung der Mitarbeiter in der Einrichtung. Als Fazit der vergangenen Jahre und gleichzeitig als ständige Aufgabe für die Zukunft gilt es, sowohl den Mitarbeitern, als auch den Angehörigen / Betreuern als ständiger Ansprechpartner, vor allem zur Krisenintervention zur Seite zu stehen.

Als eine Erfahrung und Besonderheit in der Einrichtung hat sich die intensive Arbeit mit den Angehörigen erwiesen. Durch die durchgängige Präsenz einer der Leitungskräfte ist jederzeit gewährleistet, einen fachlich kompetenten Ansprechpartner zu erreichen und Hilfestellung bei unterschiedlichen Fragen zu erhalten.