Als der 51-jährige Professor Alois Alzheimer (geb, 1864) im Jahre 1915 nach längerem Leiden verstarb, konnte er nicht ahnen, dass einmal die wohl häufigste Krankheit des 20. Jahrhunderts seinen Namen tragen wird.

1906 berichtet A. Alzheimer der zu seiner Zeit hoch angesehener Psychiater und Neuropathologe (ärztlicher Untersucher des Nervensystems direkt nach dem Ableben) auf einer Jahresversammlung der süddeutschen EIrrenärzte, wie man die Nervenärzte im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts (und manchmal auch heute noch) bezeichnete, über Einen eigenartigen, schweren Krankheitsprozess, der einen bedeutenden Schwund der Nervenzellen innerhalb einer kurzen Zeit verursachte und mit zunehmenden Gedächtnisstörungen (Demenz) und raschen Persönlichkeitszerfall einherging.

Im Jahr 1910 wird die von ihm beschriebene Demenzkrankheit erstmals namentlich als Alzheimersche Erkrankung in einem Lehrbuch der Psychiatrie erwähnt.

Es wird geschätzt, dass heute weltweit 30 - 40 Millionen Menschen unter dieser grausamen Erkrankung leiden, die während ihres Krankheitsverlaufes durch den voranschreitenden Hirnabbau zu einem fast vollständigen Verlust der Persönlichkeit, ja gerade zur Entmenschlichung führt. Hierunter leiden nicht nur die Betroffenen, die Erkrankten, sondern such deren Angehörige, die der Schwere der Krankheit hoffnungslos gegenüberstehen.

Die Alzheimersche Erkrankung ist überwiegend eine Alterserkrankung. Durch die Steigerung der Lebenserwartung  ( im Jahre 1920 betrug der prozentuale Anteil der über 60 jährigen ca. 5%; 1990 bereits ca. 20 . 25%)- wird die Alzheimersche Erkrankung mit steigenden Alter stark zunehmen. In westlichen Industrienationen ist sie bei den unter 60 jährigen nur bei ca. 0,1 - 0,5% der Bevölkerung anzutreffen, steigt aber bei den über 65 jährigen bereits mehr als um das Zehnfache an. Bei den über 85 jährigen ist fast jeder 2. bis 3. alte Mensch betroffen.